Traumazentrum

Seit dem Frühjahr 2010 ist das GPR Klinikum innerhalb des Trauma-Netzwerkes Hessen, Region Südhessen, als regionales Traumazentrum zertifiziert. Im Januar 2016 fand die zweite erfolgreiche Re-Auditierung statt. Im Dezember 2018 erfolgte die dritte Re-Zertifizierung. Vorausgegangen war eine jahrelange gemeinsame Anstrengung der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie der Klinik für Anästhesiologie, anästhesiologische Intensivmedizin und perioperative Schmerztherapie, die Versorgung Schwerverletzter innerhalb des GPR Klinikums zu optimieren. Die Zertifizierung als regionales Traumazentrum verleiht dem GPR Klinikum ein herausragendes Gütesiegel. Dies betrifft die klinikinternen Abläufe beim Eintreffen von Schwerverletzten, welche in Anlehnung an die Standards der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie formuliert und verbindlich festgelegt wurden.

Behandlungsschwerpunkte

  • Evaluation der Verletzungen unter Einbindung aller nötiger Fachdisziplinen
  • Diagnostische Abklärung
  • Notfallversorgung

Nicht jeder Patient, der sich einen unfallbedingten Knochenbruch zuzieht, ist schwerverletzt. Zwischen der subjektiven Empfindung und dem objektiven Sachverhalt einer schweren Verletzung kann naturgemäß eine gewisse Diskrepanz bestehen. Schwerverletzt oder polytraumatisiert ist ein Patient, dessen Leben bedroht und dessen Zustand anhand einer von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie nach stichhaltigen, empirisch gestützten Kriterien zusammengestellten Checkliste entsprechend klassifiziert worden ist.

Ein einzelnes Krankenhaus kann selbstverständlich einen oder mehrere Verletzte sachgerecht versorgen, jedoch erst die Zusammenarbeit vieler Kliniken innerhalb einer Region stellt die Schwerverletztenversorgung quantitativ und qualitativ auf ein ausreichend hohes Niveau. Damit ein Netzwerk mit funktionaler Kompetenz entstehen konnte, war es zunächst notwendig, die versorgungstechnischen Fähigkeiten der verschiedenen mitwirkenden Krankenhäuser und Einrichtungen zu klassifizieren.

Es wurden drei Versorgungsstufen definiert:

  • Lokale Traumazentren stellen die Erstbehandlung von Schwerverletzten im Rahmen der chirurgischen Notfallversorgung sicher
  • Regionale Traumazentren als Bestandteile von Einrichtungen der Schwerpunktversorgung. Hier erfolgt die umfassende Notfallversorgung mit Vorhaltung einer festgelegten Anzahl spezieller Fachdisziplinen zur Versorgung von Schwerverletzten mit entsprechenden Intensivbehandlungs- und Operationskapazitäten
  • Überregionale Traumazentren als Bestandteile von Einrichtungen der Maximalversorgung. Diese sind in Kliniken der Maximalversorgung integriert; sie haben die besondere Aufgabe und Verpflichtung der interdisziplinären Behandlung aller Schwerverletzten, insbesondere solcher mit speziellen Verletzungsmustern und -folgen. Als Standorte für überregionale Traumazentren sind vor allem Universitätskliniken, große Kliniken der Berufsgenossenschaften und Stadtkrankenhäuser von Großstädten geeignet.

Im Falle einer Ankündigung, dass ein schwerverletzter Patient eintreffen werde, wird innerhalb des GPR Klinikums eine Alarmierungskaskade ausgelöst, die dazu führt, dass sich binnen Minuten eine festgelegte Anzahl von Mitarbeitern der unfallchirurgischen und anästhesiologischen Kliniken sowie des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin und des Pflegepersonals im Schockraum der Notaufnahme einfindet. Hier erwarten sie den Schwerverletzten, der von dem Notarzt übergeben wird. Unter gemeinsamer Betreuung durch die unfallchirurgische und die anästhesiologische Klinik wird der Zustand des Verletzten rasch evaluiert, worauf simultan diagnostische Abklärung und therapeutische Stabilisierung anlaufen.

Innerhalb des GPR Klinikums sind nahezu alle Fachdisziplinen zur Versorgung eines Schwerverletzten kompetent vertreten. Lediglich im Falle einer unmittelbar notwendigen neurochirurgischen Interventionsmaßnahme wird der Patient absprachegemäß in die Klinik für Neurochirurgie der Universitätsmedizin Mainz verlegt, mit der ein entsprechender Kooperationsvertrag besteht.

Leitung & Team

Ärztliche Leitung
Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Prof. Dr. med. Lothar Rudig

Tel. 06142 88-1924
Fax 06142 88-1914

Kontakt
Chefarztsekretärin

Manuela Schüssler

Tel. 06142 88-1924
Fax 06142 88-1914
Schuessler@GP-Ruesselsheim.de

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Traumazentrum Zertifikat